Klausurvorbereitung: Altklausuren finden und richtig lernen

Von studi.club-RedaktionGeprüft: 3. Oktober 2026ca. 7 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Abfragen schlägt Wiederlesen: Wer sich selbst testet, behält deutlich mehr als jemand, der den Stoff noch einmal liest. Das zeigen Studien seit Jahrzehnten.
  • Verteilen statt pauken: Dieselben Stunden über Wochen verteilt bringen mehr als alles in den letzten drei Tagen.
  • Altklausuren gibt es meist bei der Fachschaft, auf der Lernplattform deiner Uni oder beim Lehrstuhl. Nutze sie als Probeklausur, nicht zum Auswendiglernen.
  • Schlaf gehört zum Lernen: Im Schlaf wird Gelerntes gefestigt. Die Nacht vor der Klausur durchzulernen kostet mehr, als sie bringt.
Inhaltsverzeichnis
  1. Lernplan-Generator
  2. Was laut Forschung funktioniert
  3. Wo du Altklausuren findest
  4. Altklausuren richtig nutzen
  5. Prüfungsstress und Krankheit
  6. Häufige Fragen
Lernplan-GeneratorDein Plan bis zur Klausur, mit Wiederholungen nach Lernforschung

Neue Themen, Wiederholungen nach 1, 3 und 7 Tagen und zwei Probeklausuren in der Woche vor der Prüfung. Wir speichern nichts.

Was laut Lernforschung wirklich funktioniert

Eine große Übersichtsarbeit von Dunlosky und Kollegen hat 2013 zehn verbreitete Lerntechniken geprüft. Zwei schnitten klar am besten ab, drei sehr beliebte eher schlecht.

MethodeWirkungSo geht’s
Selbst abfragen (Testeffekt)hochKarteikarten, Altklausuren, Stoff aus dem Kopf aufschreiben und dann prüfen
Verteiltes LernenhochJedes Thema mehrmals mit Abstand wiederholen, statt alles am Stück
Themen mischenmittelAufgaben verschiedener Typen abwechseln, besonders in Mathe und Technik
Markieren und UnterstreichengeringFühlt sich produktiv an, bringt allein aber wenig
WiederlesengeringErzeugt ein trügerisches Gefühl von „kann ich schon“

Selbst abfragen ist der stärkste Hebel. In einem bekannten Experiment von Roediger und Karpicke (2006) erinnerten sich Studierende, die einen Text einmal lasen und sich dann abfragten, eine Woche später deutlich besser als jene, die ihn mehrmals lasen.

Verteilen wirkt, weil das Gehirn beim erneuten Abrufen nach einer Pause stärker festigt. Für eine Klausur in einigen Wochen sind Abstände von einigen Tagen zwischen den Wiederholungen sinnvoll. Genau das macht der Lernplan oben.

Schlaf ist kein Luxus: Im Schlaf werden neue Gedächtnisinhalte gefestigt. Eine durchgemachte Nacht vor der Klausur schadet mehr, als die zusätzlichen Stunden bringen.

Wo du Altklausuren findest

  • Fachschaft oder Fachschaftsinitiative: Viele sammeln Altklausuren und Gedächtnisprotokolle, manchmal zum Ausleihen gegen Pfand, manchmal digital nach Login. Frag einfach im Fachschaftsraum oder schau auf der Website.
  • Lernplattform der Uni (zum Beispiel StudOn, ILIAS oder Moodle): Lehrende stellen dort oft Probeklausuren oder alte Aufgaben ein, meist im Kursbereich der Vorlesung.
  • Lehrstuhl und Übungen: Frag in der letzten Übung nach Probeklausuren oder Musterlösungen. Viele Lehrstühle haben eine Rubrik „Klausuren“ auf ihrer Seite.
  • Höhere Semester: Tutorinnen und Tutoren wissen, welche Aufgabentypen jedes Jahr wiederkommen.
  • Plattformen wie Studydrive: Dort laden Studierende Zusammenfassungen und Klausuren hoch. Die Qualität schwankt, Lösungen sind oft ungeprüft.

Vorsicht beim Abfotografieren und Teilen

Klausuraufgaben können urheberrechtlich geschützt sein, und manche Prüfungsordnungen verbieten es, Aufgaben aus der Prüfung mitzunehmen. Teile nur, was Lehrstuhl oder Fachschaft freigegeben haben.

Altklausuren richtig nutzen

  1. Erst lernen, dann testen: Heb dir mindestens zwei Altklausuren für die letzte Woche auf, statt sie gleich am Anfang zu lesen.
  2. Unter echten Bedingungen: Uhr stellen, nur erlaubte Hilfsmittel, keine Pause. So merkst du, wo dir Zeit fehlt.
  3. Muster statt Lösungen lernen: Notiere, welche Aufgabentypen wiederkommen und welcher Lösungsweg dahintersteckt. Aufgaben ändern sich, Muster selten.
  4. Fehlerliste führen: Alles, was schiefging, auf eine Liste. Die gehst du am Tag vor der Klausur noch einmal durch.

Prüfungsstress und Krankheit

Fast jedes Studierendenwerk bietet eine kostenlose psychologische Beratung an, auch bei Prüfungsangst und Lernblockaden. Die Termine sind vertraulich, oft gibt es auch Workshops zur Klausurvorbereitung.

Bist du am Prüfungstag krank, melde dich so schnell wie möglich beim Prüfungsamt und reiche ein ärztliches Attest ein. Welche Frist und welches Formular gelten, steht in deiner Prüfungsordnung. Wer krank mitschreibt, kann sich hinterher meist nicht mehr darauf berufen.

Häufige Fragen

Wann sollte ich mit der Klausurvorbereitung anfangen?

Für eine große Klausur etwa vier bis sechs Wochen vorher mit ein bis zwei Stunden am Tag. So bleibt Zeit für Wiederholungen mit Abstand und zwei Probeklausuren.

Wo finde ich Altklausuren meiner Uni?

Bei deiner Fachschaft, auf der Lernplattform der Uni im Kurs der Vorlesung oder direkt beim Lehrstuhl. Höhere Semester und Tutoren helfen ebenfalls weiter.

Bringt Zusammenfassungen schreiben etwas?

Etwas, aber weniger als Selbstabfragen. Am besten: Zusammenfassung aus dem Kopf schreiben und danach mit dem Skript vergleichen.

Ist es schlimm, die Nacht vor der Klausur durchzulernen?

Ja. Schlaf festigt das Gelernte. Mit ausgeschlafenem Kopf rufst du mehr ab als mit ein paar zusätzlichen Stunden Pauken.

Darf ich Altklausuren mit anderen teilen?

Nur, wenn Lehrstuhl oder Fachschaft sie freigegeben haben. Klausuraufgaben können urheberrechtlich geschützt sein.

Weiterlesen